Cashflow Immobilie berechnen: So findest du heraus, ob deine Kapitalanlage wirklich läuft

Lerne wie du den Cashflow deiner Immobilie berechnest – mit Formel, Beispiel und kostenlosem Online-Rechner. Für Einsteiger verständlich erklärt.

imvestr Team·

Cashflow Immobilie berechnen: So findest du heraus, ob deine Kapitalanlage wirklich läuft

Du überlegst, eine Immobilie als Kapitalanlage zu kaufen — aber wie weißt du eigentlich, ob sie sich wirklich lohnt? Die Antwort steckt im Cashflow. Wer den Cashflow einer Immobilie berechnen kann, hat einen klaren Vorteil: Er sieht auf einen Blick, ob die Wohnung jeden Monat Geld einbringt oder Geld kostet. In diesem Artikel erklären wir dir Schritt für Schritt, wie das geht — mit einer einfachen Formel, einem konkreten Beispiel und ehrlichen Richtwerten.


Was ist der Cashflow einer Immobilie?

Cashflow bedeutet auf Deutsch schlicht: Geldfluss. Bei einer Immobilie geht es um die Frage, wie viel Geld am Ende des Monats übrig bleibt — nachdem alle Ausgaben bezahlt sind.

Stell dir vor, du kaufst eine Wohnung und vermietest sie. Die Miete fließt rein. Gleichzeitig fließt Geld raus: für den Bankkredit, die Nebenkosten, Rücklagen und Verwaltung. Der Cashflow ist die Differenz zwischen diesen beiden Seiten.

  • Positiver Cashflow: Die Einnahmen übersteigen die Ausgaben. Die Immobilie zahlt sich selbst — und wirft noch etwas ab.
  • Negativer Cashflow: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen. Du musst jeden Monat draufzahlen.

Klingt simpel. Ist es auch — wenn man weiß, welche Zahlen man einsetzen muss.


Die Cashflow-Formel — einfach erklärt

Die Grundformel ist übersichtlich:

Cashflow = Mieteinnahmen (netto) − laufende Kosten − Kapitaldienst

Schauen wir uns die drei Bausteine genauer an:

1. Mieteinnahmen (netto)

Das ist die Kaltmiete, die dein Mieter zahlt — ohne Nebenkosten. Die Nebenkosten (Heizung, Wasser etc.) werden in der Regel direkt vom Mieter getragen und fließen nicht in deine Rechnung ein.

2. Laufende Kosten

Hier summieren sich:

  • Nicht umlagefähige Nebenkosten (z. B. Hausverwaltung, Instandhaltungsrücklage)
  • Leerstandsrisiko — realistisch 5–8% der Jahresmiete einplanen
  • Verwaltungskosten (falls du einen Verwalter beauftragst)

3. Kapitaldienst

Das ist die monatliche Rate an die Bank — bestehend aus Tilgung und Zinsen.

Beispiel: Wohnung in Mittelstadt, Kaufpreis 300.000 €

| Posten | Betrag/Monat | |---|---| | Kaltmiete | 1.200 € | | − Nicht umlagefähige NK (ca. 15%) | − 180 € | | − Leerstandsrücklage (ca. 5%) | − 60 € | | = Effektive Nettomieteinnahmen | 960 € | | − Bankrate (1% Tilgung, 3,5% Zinsen, 80% Finanzierung) | − 960 € | | = Cashflow | 0 € |

Dieses Beispiel zeigt: Beim aktuellen Zinsniveau bewegt sich der Cashflow bei typischen Kaufpreisen oft um die Nulllinie. Das ist kein Einzelfall — und kein Grund zur Panik. Aber es zeigt, warum man genau hinschauen muss.

Willst du das für deine konkrete Immobilie durchrechnen? Mit dem imvestr Rechner gibst du einfach die Zahlen ein und siehst das Ergebnis sofort.


Positiver vs. negativer Cashflow — was bedeutet das wirklich?

Positiver Cashflow

Eine Immobilie mit positivem Cashflow "trägt sich selbst" — und zahlt dir obendrauf noch etwas aus. Das ist die Traumvorstellung vieler Einsteiger.

In der Realität ist ein deutlich positiver Cashflow bei normalen Kaufpreisen in Deutschland heute selten. Er tritt häufiger auf bei:

  • Immobilien mit günstigen Kaufpreisen im Verhältnis zur erzielbaren Miete (hohes Mietmultiple ist niedrig)
  • Hohem Eigenkapitaleinsatz (weniger Kredit = weniger Zinslast)
  • Besonders günstigen Finanzierungskonditionen

Negativer Cashflow

Ein negativer Cashflow bedeutet: Du zahlst jeden Monat drauf. Das klingt schlecht — ist aber nicht automatisch ein Dealbreaker.

Manche Investoren kaufen Immobilien bewusst mit leicht negativem Cashflow, wenn:

  • Die Wertsteigerung der Immobilie erwartet wird
  • Steuerliche Vorteile (z. B. Abschreibungen) den Verlust ausgleichen
  • Die Lage langfristig sehr attraktiv ist

Trotzdem: Ein stark negativer Cashflow ist gefährlich. Er zehrt an deiner Liquidität und macht dich anfällig für Reparaturen, Leerstand oder steigende Zinsen. Als Faustregel gilt: Du solltest dir den negativen Cashflow locker leisten können — ohne, dass es wehtut.


Typische Kostenfallen, die den Cashflow killen

Viele Einsteiger rechnen zu optimistisch. Diese Posten werden häufig vergessen oder unterschätzt:

Instandhaltungsrücklage

Immobilien werden alt. Heizungen, Dächer, Fenster — irgendwann muss alles mal erneuert werden. Experten empfehlen 1–1,5% des Kaufpreises pro Jahr als Rücklage. Bei 300.000 € sind das 250–375 € pro Monat. Das ist kein Pappenstiel.

Hausgeld bei Eigentumswohnungen

Beim Kauf einer ETW zahlst du monatlich Hausgeld an die Eigentümergemeinschaft. Nicht der gesamte Betrag ist umlagefähig — ein Teil (z. B. Instandhaltungsrücklage der WEG) bleibt bei dir hängen.

Leerstand

Mieter ziehen aus, neue Mieter müssen gesucht werden. Zwischen zwei Mietern stehen ein bis drei Monate Leerstand schnell ins Haus. Plane dafür 5–8% der Jahresmiete ein — auch wenn es dir aktuell gut läuft.

Mietausfälle und Rechtskosten

Manchmal zahlen Mieter nicht. Eine Räumungsklage kostet Zeit und Geld. Ein kleiner Puffer für dieses Risiko gehört in jede ehrliche Kalkulation.

Sondereigentum und Mängel

Beim Kauf werden Mängel manchmal übersehen — oder es gibt sie einfach nach ein paar Jahren. Ein kaputtes Bad, Schimmelprobleme oder ein undichtes Dach können tausende Euro kosten.


Wie viel Cashflow ist realistisch?

Direkte Antwort: Es kommt auf den Markt an.

| Marktsituation | Realistischer Cashflow (monatlich) | |---|---| | Großstadt (München, Hamburg, Berlin) | Oft negativ bis ±0 € | | Mittelgroße Städte (Leipzig, Erfurt, Augsburg) | ±0 bis +150 € | | Ländliche Lagen / Randlagen | +100 bis +400 € (mit höherem Risiko) |

Diese Zahlen gelten bei typischer Finanzierung (ca. 20% Eigenkapital, marktübliche Zinsen). Mit mehr Eigenkapital verbessert sich der Cashflow deutlich.

Faustregeln für die Schnellbewertung

Bruttomietrendite: Jahresmiete ÷ Kaufpreis × 100

  • Unter 4%: Sehr schwer positiv zu rechnen
  • 5–6%: Cashflow um die Nulllinie, machbar
  • Über 7%: Potenzial für positiven Cashflow

Kaufpreisfaktor (Mietmultiple): Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete

  • Unter 20: Günstig, cashflow-freundlich
  • 20–25: Marktüblich, knapp kalkuliert
  • Über 30: Nur mit sehr viel Eigenkapital oder Wertsteigerungserwartung sinnvoll

Fazit: Cashflow Immobilie berechnen lohnt sich immer

Egal ob du eine konkrete Wohnung im Blick hast oder erst am Anfang deiner Recherche stehst — den Cashflow einer Immobilie zu berechnen ist der wichtigste erste Schritt. Es geht nicht darum, das perfekte Objekt zu finden, sondern darum, die Zahlen zu kennen und eine informierte Entscheidung zu treffen.

Wer blind auf "wird schon passen" vertraut, riskiert einen monatlichen Verlust, der über Jahre tausende Euro kostet. Wer rechnet, behält die Kontrolle.

Die gute Nachricht: Das Rechnen muss nicht kompliziert sein. Mit den richtigen Tools geht es in wenigen Minuten.


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